Paul Rawe – Fachkrankenpfleger

Intensivstation Ratgeber

von Paul Rawe

Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege
Über 15 Jahre Berufserfahrung · Ehemalige Stationsleitung

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Bekommt mein Angehöriger im Koma alles mit?

Wir wissen es nicht genau. Aber es gibt Hinweise.

Was wir wissen

  • Das Gehirn ist auch im künstlichen Koma aktiv (EEG zeigt Aktivität).
  • Hören könnte teilweise funktionieren – einige Patienten berichten später von Stimmen, oft verzerrt oder wie aus der Ferne.
  • Berührungen werden manchmal erinnert, z. B. das Halten der Hand.

Was wir nicht wissen

  • Ob alles oder nur Bruchstücke wahrgenommen werden.
  • Ob Wahrnehmung bewusst oder unbewusst erfolgt.
  • Wie viel später tatsächlich erinnert wird.

Was bedeutet das für Sie?

Ich empfehle immer: Sprechen Sie mit Ihrem Angehörigen, als würde er Sie hören.

  • Sagen Sie, dass Sie da sind.
  • Erzählen Sie ruhig, was zu Hause passiert.
  • Machen Sie Mut.
  • Vermeiden Sie belastende Gespräche direkt am Bett.

Studien zeigen, dass regelmäßig angesprochene Patienten häufig einen besseren Verlauf haben. Ob sie alles bewusst wahrnehmen oder nicht – es schadet nicht.

Mein persönlicher Rat: Reden Sie mit ihm. Nicht, weil wir sicher wissen, dass er Sie hört, sondern weil es Ihnen hilft – und vielleicht hört er Sie ja doch.

📝 Kurz zusammengefasst

  • Gehirn bleibt auch im künstlichen Koma aktiv
  • Manche Patienten erinnern Stimmen oder Berührungen
  • Genaues Ausmaß der Wahrnehmung ist unklar
  • Sprechen mit dem Patienten wird empfohlen
  • Belastende Gespräche am Bett vermeiden
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