Die Aufwachphase nach einer tiefen Sedierung kann sehr unterschiedlich verlaufen. Sie reicht von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen – in manchen Fällen auch länger.
Wichtig zu wissen: Das Aufwachen geschieht nicht plötzlich und nicht geradlinig. Es ist ein Prozess, bei dem sich Wachheit, Reaktion und Orientierung schrittweise entwickeln.
Typischer Verlauf
In den ersten Stunden werden die sedierenden Medikamente reduziert. Der Patient zeigt möglicherweise erste Reaktionen, öffnet kurz die Augen oder reagiert auf Berührung oder Schmerzreize.
Im weiteren Verlauf kann es zu Unruhe kommen. Viele Patienten greifen nach Schläuchen oder versuchen, den Beatmungsschlauch zu entfernen. In solchen Situationen werden Hände manchmal fixiert – nicht als Strafe, sondern als Schutz.
In den folgenden Tagen wirkt der Patient häufig wach, ist aber verwirrt, zeitlich und örtlich desorientiert und erkennt Angehörige nicht immer sofort. Das ist ein sehr häufiges und meist vorübergehendes Phänomen.
Erst allmählich kehren Orientierung und Klarheit zurück. Einfache Fragen können beantwortet werden, Gespräche bleiben jedoch oft kurz und anstrengend.
Was beeinflusst die Dauer?
- Alter des Patienten
- Vorerkrankungen (z. B. Demenz, Alkoholabhängigkeit)
- Dauer und Tiefe der Sedierung
- Art der eingesetzten Medikamente
Ist der Patient danach sofort wieder „normal"?
Nein. Auch wenn der Patient die Augen öffnet und reagiert, bedeutet das nicht, dass Denken, Erinnern und Orientierung sofort wieder funktionieren. Das Gehirn benötigt Zeit, um sich zu erholen. Diese Phase kann Tage oder auch Wochen dauern.
Für Angehörige ist das oft verunsichernd. Wichtig ist: Verwirrtheit in dieser Phase ist in den allermeisten Fällen kein Zeichen eines dauerhaften Schadens.
Was helfen kann: ruhig sprechen, sich vorstellen, Orientierung geben („Du bist im Krankenhaus"), kurze Besuche und möglichst wenig Reize gleichzeitig.
📝 Kurz zusammengefasst:
- Die Aufwachphase dauert Stunden bis mehrere Tage
- Aufwachen verläuft schrittweise, nicht plötzlich
- Verwirrtheit ist häufig und meist vorübergehend
- Alter, Vorerkrankungen und Sedierungsdauer spielen eine Rolle
- Geduld, Ruhe und Orientierung helfen am meisten