Auf der Intensivstation gibt es zwei grundlegende Formen der künstlichen Atemunterstützung: die invasive und die nicht-invasive Beatmung. Beide verfolgen dasselbe Ziel – die Atmung zu unterstützen oder zu ersetzen – unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Durchführung.
Invasive Beatmung
Bei der invasiven Beatmung wird ein Beatmungsschlauch (ein sogenannter Tubus) über Mund oder Nase direkt in die Luftröhre eingeführt. In manchen Fällen erfolgt die Beatmung über einen Luftröhrenschnitt (Tracheotomie).
Diese Form der Beatmung ermöglicht eine vollständige Kontrolle über Atmung, Sauerstoffzufuhr und Atemdruck. Sie wird eingesetzt, wenn der Patient nicht mehr selbstständig oder ausreichend atmen kann.
Nachteil: Der Tubus ist unangenehm und erfordert meist eine Sedierung. Der Patient kann nicht sprechen, essen oder trinken.
Nicht-invasive Beatmung (NIV)
Bei der nicht-invasiven Beatmung erfolgt die Atemunterstützung über eine Maske, die Mund und/oder Nase bedeckt. Es wird kein Schlauch in die Luftröhre eingeführt.
Vorteil: Der Patient bleibt in der Regel wach, kann sprechen, trinken und mit seiner Umgebung interagieren. Diese Methode ist deutlich schonender.
Nachteil: Sie funktioniert nur, wenn der Patient mitarbeitet, die Maske toleriert und noch eine gewisse Eigenatmung vorhanden ist.
Wann wird welche Beatmung eingesetzt?
- Nicht-invasiv: bei leichter bis mittlerer Atemnot, z.B. bei COPD, Herzschwäche oder beginnender Lungenentzündung
- Invasiv: bei schwerer Atemnot, Bewusstlosigkeit, Organversagen oder wenn NIV nicht ausreicht
Häufig beginnt die Behandlung invasiv und wird später auf eine nicht-invasive Beatmung umgestellt. Dieser Prozess wird als Weaning (Beatmungsentwöhnung) bezeichnet.
📝 Kurz zusammengefasst
- Invasiv: Schlauch in der Luftröhre, meist Sedierung nötig
- Nicht-invasiv: Beatmung über Maske
- NIV nur bei kooperativen, stabileren Patienten
- Invasive Beatmung bei schweren Verläufen
- Ein Wechsel von invasiv zu NIV ist häufig möglich