Paul Rawe – Fachkrankenpfleger

Intensivstation Ratgeber

von Paul Rawe

Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege
Über 17 Jahre Berufserfahrung · Ehemalige Stationsleitung

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Kann mein Angehöriger mich hören?

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Entscheidend ist, wie wach oder wie tief Ihr Angehöriger aktuell sediert ist.

Wenn Ihr Angehöriger im künstlichen Koma liegt

Ob Patienten Stimmen wahrnehmen, lässt sich nicht sicher sagen. Einige berichten nach dem Aufwachen, dass sie Gespräche, Stimmen oder vertraute Geräusche gehört haben.

Medizinisch belegen lässt sich das nicht eindeutig – aber wir wissen, dass das Gehirn auch in tiefer Sedierung nicht vollständig „abgeschaltet" ist.

Wenn Ihr Angehöriger wach ist, aber nicht reagiert

Auch dann ist es gut möglich, dass er Sie hört, aber nicht in der Lage ist zu antworten. Nach Sedierungen sind viele Patienten verwirrt, sehr erschöpft oder motorisch eingeschränkt.

Was Sie konkret tun können

  • In ruhigem, normalem Ton sprechen
  • Sich vorstellen („Hallo, ich bin Maria, deine Tochter")
  • Orientierung geben („Du bist im Krankenhaus")
  • Sanfte Berührung, z. B. die Hand halten
  • Kurze, klare Sätze – keine Reizüberflutung

Auch ohne sichtbare Reaktion: Bleiben Sie im Kontakt

Selbst wenn Ihr Angehöriger nicht reagiert, kann Ihre Anwesenheit beruhigend wirken. Und auch für Sie selbst ist das Sprechen wichtig: Es nimmt das Gefühl von Hilflosigkeit und schafft Verbindung in einer schwierigen Situation.

📝 Kurz zusammengefasst

  • Im künstlichen Koma: Wahrnehmung möglich, aber nicht sicher
  • Wach ohne Reaktion: Hören oft möglich
  • Ruhig sprechen, Orientierung geben
  • Berührung kann beruhigend wirken
  • Kontakt hilft oft beiden Seiten
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