In den meisten Fällen lautet die ehrliche Antwort: Nein, während einer invasiven Beatmung ist Sprechen nicht möglich. Das ist für Patienten und Angehörige oft sehr belastend, hat jedoch klare medizinische Gründe.
Warum ist Sprechen nicht möglich?
Beatmung über einen Tubus:
Der Beatmungsschlauch verläuft durch Mund oder Nase
direkt zwischen den Stimmbändern in die Luftröhre.
Dadurch kann keine Luft am Kehlkopf vorbei strömen –
und ohne Luftstrom entstehen keine Töne.
Beatmung über eine Trachealkanüle:
Auch hier gelangt die Atemluft direkt in die Lunge,
ohne den Kehlkopf zu passieren.
Deshalb ist Sprechen ebenfalls nicht möglich.
Wie kann trotzdem kommuniziert werden?
Auch wenn Sprechen nicht möglich ist, gibt es verschiedene Wege der Verständigung – vorausgesetzt, der Patient ist wach genug:
- Schreiben auf Papier, Tafel oder Tablet
- Buchstabentafeln oder Bildkarten
- Ja-/Nein-Fragen mit Nicken, Kopfschütteln oder Gesten
Was ist eine Sprechkanüle?
Wenn ein Patient bereits teilweise selbst atmen kann und nur noch über eine Trachealkanüle beatmet wird, kann in bestimmten Situationen eine sogenannte Sprechkanüle eingesetzt werden.
Diese lässt einen Teil der Luft wieder am Kehlkopf vorbeiströmen, sodass vorsichtiges Sprechen möglich wird. Ob und wann das infrage kommt, entscheidet das Behandlungsteam individuell.
Belastend – aber meist nur vorübergehend
Die fehlende Sprache ist für viele Patienten extrem frustrierend und auch für Angehörige schwer auszuhalten. Wichtig zu wissen: Sobald der Tubus oder die Kanüle entfernt werden kann, ist Sprechen in der Regel wieder möglich.
📝 Kurz zusammengefasst
- Während invasiver Beatmung kein Sprechen möglich
- Grund: Luft gelangt nicht am Kehlkopf vorbei
- Alternativen: Schreiben, Zeigen, Ja-/Nein-Fragen
- Sprechkanüle in bestimmten Phasen möglich
- Die Situation ist meist vorübergehend