Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die Überlebenschancen auf einer Intensivstation hängen immer von mehreren Faktoren ab – vor allem von der zugrunde liegenden Erkrankung, dem Alter des Patienten und bestehenden Vorerkrankungen.
Durchschnittliche Überlebensraten
Zur groben Orientierung lassen sich folgende Bereiche nennen:
- Nach geplanten Operationen: über 95 % Überleben
- Nach schweren Unfällen: etwa 80–90 %
- Bei Sepsis: ungefähr 50–70 % (abhängig vom Schweregrad)
- Nach Herz-Kreislauf-Stillstand mit Reanimation: ca. 30–50 %
- Bei Multiorganversagen: etwa 20–40 %
Was beeinflusst die Prognose?
Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle:
- Alter – jüngere Patienten haben statistisch bessere Chancen
- Vorerkrankungen von Herz, Lunge oder Nieren
- Dauer und Schwere der Erkrankung
- Schnelligkeit der intensivmedizinischen Behandlung
Was bedeuten Scores wie APACHE oder SOFA?
Diese Scores sind medizinische Bewertungssysteme, mit denen die Schwere einer Erkrankung eingeschätzt wird. Ein hoher Wert bedeutet ein erhöhtes Risiko, ist aber keine Vorhersage über Leben oder Tod.
Aus der Praxis kann ich sagen: Ich habe viele Patientinnen und Patienten erlebt, die laut Statistik kaum Chancen hatten – und die trotzdem wieder nach Hause gegangen sind. Ebenso gibt es umgekehrt Verläufe, die unerwartet schwer sind.
Ja, die Intensivstation ist ein Ort schwerer Erkrankungen. Aber sie ist auch ein Ort moderner Medizin, hoher Fachkompetenz und begründeter Hoffnung. Die Mehrheit der Patientinnen und Patienten überlebt ihren Aufenthalt.
📝 Kurz zusammengefasst
- Überlebenschancen unterscheiden sich stark je nach Erkrankung
- Sehr gute Prognose nach geplanten Operationen
- Schlechtere Prognose bei Multiorganversagen
- Alter, Vorerkrankungen und Behandlungsdauer sind entscheidend
- Statistiken sind Durchschnittswerte – jeder Mensch ist individuell