Paul Rawe – Fachkrankenpfleger

Intensivstation Ratgeber

von Paul Rawe

Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege
Über 17 Jahre Berufserfahrung | Ehemalige Stationsleitung

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Wann wird mein Angehöriger verlegt?

Die Verlegung von der Intensivstation auf eine andere Station erfolgt dann, wenn keine kontinuierliche intensivmedizinische Überwachung mehr notwendig ist.

Wann ist eine Verlegung möglich?

Voraussetzung ist eine stabile Gesamtsituation. Dazu gehören unter anderem:

  • keine invasive Beatmung mehr oder nur minimale Unterstützung
  • stabiler Kreislauf ohne hochdosierte Kreislaufmedikamente
  • keine akuten Komplikationen wie Blutungen oder schwere Infektionen
  • ausreichend stabile Organfunktionen (z. B. Lunge, Niere, Leber)

Wie läuft die Verlegung ab?

Die Entscheidung wird meist im Rahmen der ärztlichen Visite getroffen. Anschließend wird ein geeignetes Bett organisiert. Die tatsächliche Verlegung erfolgt häufig am selben oder am folgenden Tag.

In vielen Fällen geht der Weg zunächst auf eine Intermediate-Care-Station (IMC), die zwischen Intensiv- und Normalstation angesiedelt ist.

Ist eine Verlegung riskant?

Eine Verlegung erfolgt nur, wenn sie medizinisch vertretbar und sicher ist. Dennoch ist sie für Patienten eine Umstellung, da Überwachung und Betreuung weniger engmaschig sind. Bei Unsicherheiten können Sie das Gespräch mit dem Pflegepersonal auf der neuen Station suchen.

Was folgt nach der Intensivstation?

Auf der weiterführenden Station stehen Mobilisation, Physiotherapie und die schrittweise Reduktion von Medikamenten im Vordergrund. Je nach Situation folgt anschließend die Entlassung nach Hause oder eine Weiterbehandlung in einer Reha-Einrichtung.

📝 Kurz zusammengefasst

  • Verlegung bei stabiler Gesamtsituation
  • Entscheidung meist im Rahmen der Visite
  • Häufig zunächst auf eine IMC-Station
  • Verlegung erfolgt nur, wenn sie medizinisch sicher ist
  • Anschluss: Normalstation, Reha oder Entlassung
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