Paul Rawe – Fachkrankenpfleger

Intensivstation Ratgeber

von Paul Rawe

Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege
Über 17 Jahre Berufserfahrung | Ehemalige Stationsleitung

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Warum wird jemand ins künstliche Koma versetzt?

Ein künstliches Koma wird eingesetzt, wenn der Körper eines Patienten vorübergehend maximale Ruhe und Entlastung benötigt. Es handelt sich dabei um eine gezielte intensivmedizinische Maßnahme.

Die wichtigsten Gründe

1. Entlastung des Körpers

Bei schweren Erkrankungen, Verletzungen oder großen Operationen verbraucht der Körper enorme Energie. Durch die Sedierung kann sich der Organismus vollständig auf Heilungsprozesse konzentrieren.

2. Ermöglichung einer künstlichen Beatmung

Eine maschinelle Beatmung über einen Tubus wäre im wachen Zustand extrem unangenehm und nicht tolerierbar. Die Sedierung macht diese Therapie überhaupt erst möglich.

3. Schutz des Gehirns

Bei schweren Kopfverletzungen, Hirnblutungen oder Schwellungen des Gehirns kann ein künstliches Koma helfen, den Hirndruck zu senken und weitere Schäden zu verhindern.

4. Schmerz- und Stressreduktion

Nach großen Operationen oder bei schweren Verletzungen schützt das künstliche Koma den Patienten vor extremem Stress und starken Schmerzen, die den Heilungsverlauf negativ beeinflussen könnten.

Wichtig zu wissen

Ein künstliches Koma ist keine „letzte Maßnahme", sondern eine kontrollierte medizinische Therapie, die regelmäßig überprüft und angepasst wird. Ziel ist immer, die Sedierung so kurz wie möglich und so lange wie nötig einzusetzen.

📝 Kurz zusammengefasst

  • schafft Ruhe für den Körper
  • ermöglicht eine sichere Beatmung
  • schützt Gehirn und Organe
  • reduziert Stress und Schmerzen
  • gezielte, zeitlich begrenzte Therapie
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