Paul Rawe – Fachkrankenpfleger

Intensivstation Ratgeber

von Paul Rawe

Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege
Über 17 Jahre Berufserfahrung · Ehemalige Stationsleitung

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Warum bekommt mein Angehöriger so viele Schläuche?

Der Anblick vieler Schläuche kann sehr beängstigend sein. Wichtig zu wissen ist: Jeder einzelne Schlauch erfüllt eine konkrete medizinische Aufgabe und dient der Überwachung, Versorgung oder Entlastung des Körpers.

Die häufigsten Schläuche auf der Intensivstation

Beatmungsschlauch (Tubus)

Der Beatmungsschlauch sorgt dafür, dass der Patient ausreichend Sauerstoff erhält, wenn er selbst nicht oder nicht ausreichend atmen kann.

Magensonde

Über die Magensonde werden Nahrung, Flüssigkeit und Medikamente verabreicht. Zusätzlich kann damit der Magen entlastet werden.

Blasenkatheter

Der Blasenkatheter leitet den Urin ab. Die genaue Urinmenge ist ein wichtiger Hinweis auf die Funktion der Nieren.

Venöse Zugänge (Infusionen)

Über venöse Zugänge erhält der Patient Medikamente, Flüssigkeit, Schmerzmittel oder Narkosemedikamente.

Arterieller Zugang

Dieser Zugang ermöglicht eine kontinuierliche Blutdruckmessung und häufige Blutentnahmen, ohne den Patienten immer wieder stechen zu müssen.

Zentraler Venenkatheter (ZVK)

Der ZVK ist ein größerer Zugang, über den spezielle Medikamente verabreicht werden, die über normale Infusionen nicht gegeben werden können.

Dialysekatheter

Wenn die Nieren vorübergehend nicht ausreichend arbeiten, kann über diesen Katheter eine Dialyse durchgeführt werden.

Drainagen

Nach Operationen leiten Drainagen Wundflüssigkeit oder Blut ab, um Heilungsstörungen zu verhindern.

Wichtig zu verstehen

Auch wenn es nach sehr viel Technik aussieht: Diese Schläuche sind keine Verschlechterung, sondern Zeichen einer intensiven medizinischen Betreuung. Sie helfen dabei, den Zustand des Patienten stabil zu halten und Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

📝 Kurz zusammengefasst

  • jeder Schlauch hat eine klare Funktion
  • dient Überwachung, Versorgung oder Entlastung
  • ermöglicht eine sichere Behandlung
  • kein Zeichen von Hoffnungslosigkeit
  • Teil der intensivmedizinischen Therapie
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