Paul Rawe – Fachkrankenpfleger

Intensivstation Ratgeber

von Paul Rawe

Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege
Über 17 Jahre Berufserfahrung | Ehemalige Stationsleitung

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Was bedeutet künstliche Beatmung?

Künstliche Beatmung bedeutet, dass eine Maschine die Atmung eines Patienten ganz oder teilweise übernimmt. Sie wird eingesetzt, wenn der Körper es selbst nicht mehr ausreichend schafft zu atmen.

Warum wird künstlich beatmet?

Beatmet wird, wenn die Lunge nicht genug Sauerstoff ins Blut aufnehmen kann oder Kohlendioxid nicht mehr ausreichend abgeatmet wird.

Häufige Gründe sind schwere Lungenentzündungen, Lungenversagen, große Operationen mit Vollnarkose, schwere Unfälle oder ein Herz-Kreislauf-Stillstand.

Wie funktioniert die Beatmung?

In den meisten Fällen wird ein Schlauch (der sogenannte Tubus) über den Mund in die Luftröhre gelegt. Daran wird ein Beatmungsgerät angeschlossen, das Luft in die Lunge leitet.

Diese Luft enthält oft deutlich mehr Sauerstoff als normale Umgebungsluft (normal etwa 21 %, bei Beatmung bis zu 100 %).

Das Gerät kann die Atmung vollständig übernehmen oder den Patienten nur unterstützen, wenn er noch teilweise selbst atmet.

Tut künstliche Beatmung weh?

Während der Beatmung ist der Patient in der Regel sediert oder im künstlichen Koma, sodass er den Beatmungsschlauch nicht spürt.

Beim Aufwachen ist der Tubus allerdings sehr unangenehm. Deshalb versuchen wir, ihn so früh wie medizinisch möglich zu entfernen.

Ist künstliche Beatmung gefährlich?

Beatmung ist in vielen Situationen lebensrettend. Ohne sie würden viele Patienten nicht überleben.

Wie jede intensive Therapie hat sie aber auch Risiken: mögliche Lungenschädigungen durch Druck, Infektionen wie eine beatmungsassoziierte Lungenentzündung oder sehr selten Verletzungen beim Legen des Tubus.

Diese Risiken werden ständig überwacht und so gering wie möglich gehalten – dennoch ist Beatmung manchmal alternativlos.

📝 Kurz zusammengefasst

  • Beatmung = Maschine übernimmt oder unterstützt die Atmung
  • Einsatz bei schwerer Atemschwäche oder Narkose
  • Meist über einen Schlauch in der Luftröhre (Tubus)
  • Währenddessen ist der Patient sediert
  • Risiken vorhanden – aber oft lebensrettend
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