Der erste Besuch auf der Intensivstation ist für viele Angehörige ein Schock. Selbst wenn man weiß, dass der geliebte Mensch schwer krank ist, trifft die Realität oft mit voller Wucht.
Es ist völlig normal, nervös, ängstlich oder überfordert zu sein. Sie müssen in diesem Moment nichts „richtig" machen. Vorbereitung kann jedoch helfen, den ersten Eindruck etwas besser auszuhalten.
Bereiten Sie sich mental vor
Rechnen Sie damit, viele medizinische Geräte zu sehen: Monitore mit Zahlen, Schläuche, Infusionen, piepende Maschinen. Ihr Angehöriger wirkt möglicherweise schlafend, angeschlossen oder verändert.
All das sieht beängstigend aus – ist auf der Intensivstation jedoch normal und dient der Überwachung und Behandlung.
Nehmen Sie sich Zeit
Gehen Sie nicht gehetzt auf die Station. Atmen Sie bewusst ein paar Mal tief durch, bevor Sie das Zimmer betreten. Wenn Sie merken, dass es Ihnen gerade zu viel ist, dürfen Sie jederzeit wieder hinausgehen.
Niemand erwartet, dass Sie diesen Moment „aushalten müssen".
Sprechen Sie das Personal an
Fragen Sie das Pflegepersonal, ob gerade ein guter Zeitpunkt für den Besuch ist. Manchmal laufen wichtige Maßnahmen, manchmal ist ein paar Minuten später besser.
Wenn Sie unsicher sind, sagen Sie das ruhig. Pflegekräfte begleiten Angehörige regelmäßig bei ihrem ersten Besuch.
Praktische Vorbereitung
Hilfreich ist es, einige Dinge griffbereit zu haben:
- Personalausweis
- Versichertenkarte (falls benötigt)
- Notizblock oder Handy für Fragen
- Zimmernummer und Telefonnummer der Station
Erwarten Sie nicht, dass Sie sich alles merken. In Stresssituationen funktioniert das Gedächtnis oft schlechter.
Seien Sie nachsichtig mit sich
Der erste Besuch ist für viele Angehörige emotional überwältigend. Manche weinen, andere fühlen sich wie betäubt, wieder andere möchten sofort wieder gehen.
All das ist normal. Es gibt kein „richtiges" Gefühl.
📝 Kurz zusammengefasst
- Mental auf viele Geräte und Monitore vorbereiten
- Sich Zeit nehmen und bewusst atmen
- Pflegepersonal nach dem richtigen Zeitpunkt fragen
- Wichtige Dinge griffbereit haben
- Eigene Reaktion akzeptieren – alles ist erlaubt