Paul Rawe – Fachkrankenpfleger

Intensivstation Ratgeber

von Paul Rawe

Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege
Über 15 Jahre Berufserfahrung · Ehemalige Stationsleitung

← Zurück zur Übersicht

Wie geht es nach der Intensivstation weiter?

Die Nachricht, dass Ihr Angehöriger die Intensivstation verlassen kann, ist ein riesiger Moment. Erleichterung, Freude – und oft direkt danach: Unsicherheit. Was passiert jetzt? Kommt er wirklich nach Hause? Und wie soll das alles funktionieren?

Aus meiner Erfahrung auf der Intensivstation weiß ich: Viele Familien sind auf diesen Moment nicht vorbereitet. Das ist vollkommen normal. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, was jetzt auf Sie zukommt – und welche Unterstützung Sie in Anspruch nehmen können.

1. Der nächste Schritt: Verlegung oder Entlassung?

Nicht jeder Patient kommt direkt nach Hause. Nach der Intensivstation gibt es mehrere mögliche Wege, je nach Zustand und Krankheitsbild:

  • Normalstation – wenn der Patient stabil ist, aber noch Überwachung braucht
  • IMC (Intermediate Care) – eine Zwischenstufe zwischen Intensiv und Normal
  • Anschlussheilbehandlung (AHB) – direkte Reha, zum Beispiel nach Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Geriatrische Reha – besonders für ältere Patienten mit Kraft- und Mobilitätsverlust
  • Sehr selten: Entlassung nach Hause – wenn die Versorgung sichergestellt ist

Welcher Weg der richtige ist, entscheidet das Behandlungsteam gemeinsam mit dem Sozialdienst des Krankenhauses. Sprechen Sie den Sozialdienst frühzeitig an – am besten schon bevor die Entlassung feststeht. Er hilft bei der gesamten Organisation und kennt alle Möglichkeiten.

2. Pflegegrad beantragen – so früh wie möglich

Das ist einer der wichtigsten Schritte überhaupt – und wird von vielen Familien zu spät angegangen. Ein Pflegegrad sollte so früh wie möglich beantragt werden, am besten noch während des Krankenhausaufenthalts. Die Leistungen werden rückwirkend ab Antragsdatum gezahlt.

Mit einem Pflegegrad haben Sie Anspruch auf:

  • Pflegegeld (347–990 € monatlich, je nach Pflegegrad)
  • Pflegesachleistungen für ambulante Pflegedienste
  • Zuschüsse für Hilfsmittel und Umbaumaßnahmen in der Wohnung
  • Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege

💡 Pflegegrad kostenlos prüfen lassen

Der Antrag auf einen Pflegegrad ist komplex – viele Familien werden abgelehnt oder zu niedrig eingestuft, weil die Begutachtung nicht gut vorbereitet war. Pflegehase unterstützt Sie kostenlos beim gesamten Prozess.

→ Jetzt kostenlos Pflegegrad prüfen lassen

3. Ist die Wohnung noch geeignet?

Nach einem längeren Intensivaufenthalt – besonders nach Schlaganfall, schwerem Unfall oder langer Beatmung – sind viele Patienten in ihrer Mobilität dauerhaft eingeschränkt. Treppen, enge Badezimmer oder hohe Türschwellen können plötzlich zu echten Hindernissen werden.

Es lohnt sich, die Wohnung frühzeitig zu prüfen. Manche Anpassungen sind schnell umgesetzt, andere brauchen Vorlauf. Mit einem Pflegegrad gibt es außerdem Zuschüsse von bis zu 4.000 € für Umbaumaßnahmen.

🏠 Treppenlift – kostenlos und unverbindlich beraten lassen

Wenn Treppen zum Problem werden, ist ein Treppenlift oft die einfachste Lösung. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich – und viele Krankenkassen sowie die Pflegeversicherung übernehmen Teile der Kosten.

→ Jetzt kostenloses Angebot bei Lifta anfordern  |  → Mehrere Anbieter kostenlos vergleichen

4. Wer übernimmt die Pflege zuhause?

Das ist die Frage, die viele Familien am meisten beschäftigt. Nicht jede Familie kann die Pflege alleine stemmen – und das ist keine Schwäche, sondern Realität. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • Ambulanter Pflegedienst – kommt täglich für Körperpflege, Medikamente und Verbandswechsel
  • 24h-Pflegekraft – lebt im Haushalt und ist rund um die Uhr verfügbar
  • Kurzzeitpflege – überbrückt die Zeit bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist
  • Pflegeheim – wenn die häusliche Pflege nicht möglich ist

👩‍⚕️ 24h-Pflege zuhause – kostenlose Angebote vergleichen

Seriöse und geprüfte Angebote für 24h-Pflegekräfte – kostenlos und unverbindlich. Sie erhalten bis zu 3 Vergleichsangebote direkt zugeschickt.

→ Jetzt kostenlos Angebote anfordern

5. Sicherheit zuhause – Hausnotruf einrichten

Gerade in den ersten Wochen nach der Entlassung ist ein Hausnotruf eine wichtige Absicherung – besonders wenn Ihr Angehöriger zeitweise alleine ist. Ein Knopfdruck reicht, und sofort wird Hilfe alarmiert.

Bei vorhandenem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse die Kosten für das Gerät vollständig.

🔔 Hausnotruf – Sicherheit auf Knopfdruck

GeoCare bietet mobilen Hausnotruf für zuhause und unterwegs. Bei Pflegegrad werden die Kosten von der Pflegekasse übernommen.

→ Jetzt informieren und Angebot anfordern

6. Vorsorge nachholen – Patientenverfügung und Vollmacht

Viele Familien merken während eines Intensivaufenthalts zum ersten Mal, wie wichtig eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht wirklich sind. Wenn keine vorliegt, müssen Ärzte nach dem mutmaßlichen Willen handeln – oder ein Gericht bestellt einen gesetzlichen Betreuer.

Nutzen Sie diesen Moment, um das für sich und Ihre ganze Familie nachzuholen. Es geht schneller als Sie denken.

📄 Patientenverfügung & Vorsorgevollmacht – rechtssicher in 15 Minuten

Afilio hilft Ihnen, alle wichtigen Vorsorgedokumente einfach und rechtssicher online zu erstellen – inklusive Registrierung im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer.

→ Jetzt Vorsorgedokumente erstellen

7. Unterkunft für Langzeitbesuche organisieren

Wenn Ihr Angehöriger noch längere Zeit in der Rehaklinik oder auf der Normalstation bleibt und Sie von weiter weg kommen – es lohnt sich, eine günstige Unterkunft in der Nähe zu suchen. Das spart Fahrtkosten und schont Ihre Kräfte.

Unter Langzeitbesuche organisieren finden Sie weitere Tipps dazu.

📝 Kurz zusammengefasst

  • Sozialdienst des Krankenhauses frühzeitig ansprechen
  • Pflegegrad so früh wie möglich beantragen – rückwirkend ab Antragsdatum
  • Wohnung auf Barrierefreiheit prüfen – Treppenlift, Umbau, Hilfsmittel
  • Pflegeorganisation klären: Pflegedienst, 24h-Kraft oder Pflegeheim?
  • Hausnotruf einrichten – bei Pflegegrad kostenlos
  • Patientenverfügung und Vollmacht für die ganze Familie nachholen
← Zurück zur Übersicht