Die Dauer eines künstlichen Komas kann sehr unterschiedlich sein. Sie reicht von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Eine feste Zeitspanne gibt es nicht.
Wie lange ein Patient im künstlichen Koma bleibt, hängt unter anderem von der Grunderkrankung, dem Heilungsverlauf und der Stabilität von Atmung, Kreislauf und Organfunktionen ab.
Grobe Erfahrungswerte aus der Praxis
Die folgenden Angaben stellen keine verbindlichen Zeitvorgaben dar, sondern beschreiben typische Erfahrungswerte aus dem klinischen Alltag:
- Nach Operationen: häufig 1–2 Tage
- Bei schwerer Lungenentzündung: etwa 5–10 Tage
- Nach Unfällen mit Schädel-Hirn-Trauma: oft 1–3 Wochen oder länger
Das ärztliche Team überprüft täglich, ob die tiefe Sedierung weiterhin notwendig ist oder ob die Medikamente schrittweise reduziert werden können.
Woran entscheidet sich, ob verkürzt werden kann?
- Atmung: Kann der Patient erste Anteile selbst übernehmen?
- Kreislauf: Ist der Blutdruck stabil ohne hohe Medikamentendosen?
- Infektion und Organfunktion: Sind Entzündung und Organbelastung unter Kontrolle?
Viele Angehörige wünschen sich, dass der Patient möglichst schnell aufgeweckt wird. Dieser Wunsch ist absolut nachvollziehbar.
Ein zu frühes Beenden des künstlichen Komas kann jedoch mit erheblichen Risiken verbunden sein. Ist beispielsweise die Lunge noch nicht belastbar, kann es beim Aufwachen zu akuter Atemnot kommen.
Mein Rat aus der Praxis: Geduld ist schwer, aber wichtig. Das künstliche Koma dient dem Schutz des Patienten. Wenn ein Aufwachen sicher möglich ist, wird es vom Behandlungsteam auch eingeleitet.
📝 Kurz zusammengefasst
- Dauer: von wenigen Tagen bis mehrere Wochen
- Abhängig von Grunderkrankung und Heilungsverlauf
- Tägliche Überprüfung, ob Sedierung noch nötig ist
- Zu frühes Beenden kann riskant sein
- Künstliches Koma dient dem Schutz des Patienten