Kurzratgeber für schwierige Entscheidungen auf der Intensivstation
Wenn der Arzt sagt: "Wir müssen reden" oder "Können wir uns zu einem Gespräch zusammensetzen?", ahnen viele Angehörige bereits, dass es schwierig wird.
Dieser Ratgeber soll Ihnen jetzt sofort helfen:
Sie müssen nicht allein entscheiden.
Sie dürfen Zeit erbitten.
Sie dürfen alle Fragen stellen, die Sie haben.
Ein solches Gespräch wird anberaumt, wenn:
Meistens geht es darum, gemeinsam den weiteren Weg zu besprechen: Was ist noch sinnvoll? Was wäre zu belastend? Was hätte der Patient gewollt?
Das Behandlungsziel wird angepasst. Statt "Heilung um jeden Preis" kann das Ziel werden: "Leiden lindern" oder "Würde bewahren".
Bestimmte Maßnahmen werden nicht mehr durchgeführt oder nicht gesteigert. Beispiel: Keine weitere Operation, keine Dialyse, keine Wiederbelebung.
Therapiebegrenzung bedeutet NICHT "nichts tun". Pflege, Schmerztherapie, Zuwendung laufen weiter.
Eine laufende Behandlung wird beendet, weil sie dem Patienten nicht mehr nützt oder ihn nur noch belastet. Beispiel: Beatmung wird beendet, wenn klar ist, dass der Patient nicht mehr selbstständig atmen kann und nicht mehr erwacht.
Alle Maßnahmen zielen auf Linderung, nicht auf Heilung. Schmerzen, Atemnot, Angst werden behandelt. Der Patient soll nicht leiden.
Diese Frage verunsichert viele Angehörige am meisten...
Diese Fragen sollten Sie stellen...
Paul Rawe · Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege
17 Jahre Erfahrung mit schwierigen Gesprächen auf der Intensivstation
"Ich war vorbereitet auf das Gespräch. Die Fragen haben mir geholfen zu verstehen, was der Arzt meinte. Ich fühlte mich nicht mehr so hilflos."
— Maria L., Tochter eines Patienten
"Die Erklärung der Begriffe war Gold wert. Ich verstand endlich, was 'Therapiebegrenzung' wirklich bedeutet – und was eben nicht."
— Klaus H., Ehemann einer Patientin
Verstehen Sie, was besprochen wird. Stellen Sie die richtigen Fragen. Handeln Sie im Sinne Ihres Angehörigen.
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