Ein künstliches Koma ist keine echte Bewusstlosigkeit, sondern eine tiefe medikamentöse Sedierung. Der Patient wird durch Medikamente in einen schlafähnlichen Zustand versetzt und kann grundsätzlich jederzeit wieder geweckt werden.
Der entscheidende Unterschied zum echten Koma: Ein echtes Koma entsteht durch eine schwere Hirnschädigung (z. B. Schlaganfall oder Unfall) und lässt sich nicht einfach beenden. Ein künstliches Koma hingegen wird gezielt herbeigeführt und ist vollständig steuerbar.
Warum wird ein künstliches Koma eingesetzt?
- Beatmung: Ein Beatmungsschlauch in der Luftröhre ist extrem unangenehm – im künstlichen Koma merkt der Patient davon nichts
- Ruhe für den Körper: Wachsein kostet Energie, die der Körper bei schweren Erkrankungen für Heilung braucht
- Gehirnschutz: Nach Schädel-Hirn-Trauma oder Schlaganfall kann Sedierung den Sauerstoffverbrauch des Gehirns senken
- Schutz vor Schmerz und Stress: Viele intensivmedizinische Maßnahmen wären sonst kaum erträglich
Welche Medikamente werden verwendet?
Häufig eingesetzte Medikamente sind: Propofol, Midazolam, Fentanyl oder Sufentanil, Ketamin, Dexmedetomidin sowie inhalative Sedierung (z. B. Sedaconda).
Welche Kombination verwendet wird, hängt vom Krankheitsbild, der Dauer der Sedierung und dem Zustand des Patienten ab.
Wichtig zu wissen: Ein künstliches Koma ist keine Maßnahme aus Hoffnungslosigkeit. Es ist eine bewusste therapeutische Strategie, um dem Patienten die bestmögliche Chance auf Erholung zu geben.
📝 Kurz zusammengefasst
- künstliches Koma = tiefe medikamentöse Sedierung
- kein echtes Koma, jederzeit steuerbar
- macht Beatmung und intensive Therapie möglich
- schützt Körper und Gehirn vor Stress
- keine hoffnungslose Maßnahme, sondern gezielte Therapie