Nach der Intensivstation bedeutet nicht automatisch „nach Hause". Wie es weitergeht, hängt davon ab, wie stabil und belastbar der Patient ist und welche Unterstützung er noch benötigt.
1. Verlegung auf die Normalstation
Ist der Patient stabil, aber noch nicht entlassungsfähig, erfolgt die Verlegung auf eine Normalstation. Dort wird weiter behandelt, mobilisiert und vorbereitet, bis eine Entlassung oder Weiterverlegung möglich ist.
2. Intermediate Care (IMC)
Die IMC ist eine Zwischenstufe zwischen Intensiv- und Normalstation. Hier ist die Überwachung enger als auf Normalstation, aber nicht mehr so intensiv wie auf der Intensivstation. Diese Verlegung ist ein positives Zeichen.
3. Rehabilitationsklinik
Viele Patienten benötigen nach der Intensivstation eine Reha. Dort wird gezielt an der Wiederherstellung von Fähigkeiten gearbeitet:
- Physiotherapie (Gehen, Kraft, Ausdauer)
- Ergotherapie (Alltagsfähigkeiten)
- Logopädie (Sprechen, Schlucken)
- Neuropsychologie (Gedächtnis, Konzentration)
Die Dauer liegt häufig zwischen 3 und 6 Wochen, manchmal auch länger.
4. Pflegeeinrichtung
Wenn eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit besteht und eine Versorgung zu Hause nicht möglich ist, kann ein Pflegeheim notwendig werden. Diese Entscheidung ist für Angehörige oft sehr belastend, aber manchmal unvermeidbar.
5. Entlassung nach Hause
Manche Patienten können direkt nach Hause entlassen werden – entweder selbstständig oder mit ambulanter Unterstützung durch Pflegedienste oder Angehörige.
Was können Angehörige vorbereiten?
- Frühzeitig Kontakt zum Sozialdienst aufnehmen
- Pflegegrad beantragen
- Reha rechtzeitig planen (Wartezeiten möglich)
- Wohnsituation realistisch einschätzen
Aus meiner Erfahrung wird die Zeit nach der Intensivstation häufig unterschätzt. Die eigentliche Genesung beginnt oft erst jetzt und kann Monate oder sogar Jahre dauern.
📝 Kurz zusammengefasst
- Nach Intensiv gibt es verschiedene Wege
- Normalstation, IMC, Reha, Pflege oder nach Hause
- Reha ist häufig ein wichtiger Schritt
- Organisation früh beginnen
- Genesung dauert oft länger als erwartet