Paul Rawe – Fachkrankenpfleger

Intensivstation Ratgeber

von Paul Rawe

Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege
Über 17 Jahre Berufserfahrung | Ehemalige Stationsleitung

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Was kostet ein Aufenthalt auf der Intensivstation?

Die kurze Antwort lautet: Als Angehöriger oder Patient müssen Sie sich in Deutschland in der Regel keine Sorgen um die Kosten machen.

Was kostet ein Intensivstations-Tag wirklich?

Ein Tag auf der Intensivstation kostet das Krankenhaus je nach Aufwand etwa 1.500 bis 2.500 Euro pro Tag, bei sehr aufwendiger Therapie auch deutlich mehr.

Diese Kosten entstehen durch Personal, Technik, Medikamente, Beatmung, Dialyse und ständige Überwachung.

Was zahlen gesetzlich Versicherte?

Für gesetzlich Versicherte gilt:

  • 10 € Zuzahlung pro Tag
  • Maximal 28 Tage pro Kalenderjahr
  • Höchstbetrag: 280 € pro Jahr

Wird die persönliche Belastungsgrenze überschritten (2 % des Jahreseinkommens, bei chronisch Kranken 1 %), entfällt auch diese Zuzahlung.

Was gilt für Privatversicherte?

Privatversicherte werden nach der Gebührenordnung abgerechnet. Die Kosten sind oft höher, werden aber je nach individuellem Tarif von der privaten Krankenversicherung übernommen.

Was passiert, wenn jemand nicht versichert ist?

In Deutschland besteht im Notfall eine gesetzliche Behandlungspflicht. Das bedeutet:

  • Der Patient wird immer zuerst behandelt
  • Die Kostenfrage kommt erst danach
  • Es sind Ratenzahlungen oder Lösungen mit dem Krankenhaus möglich

Niemand wird auf der Intensivstation schlechter behandelt, weil Geld oder Versicherung unklar sind.

📝 Kurz zusammengefasst

  • Reale Kosten: ca. 1.500–2.500 € pro Tag
  • Gesetzlich Versicherte: 10 € pro Tag, max. 280 € im Jahr
  • Privatversicherte: Kosten je nach Tarif
  • Notfallbehandlung immer – unabhängig von Versicherung
  • Finanzen dürfen keine Sorge sein
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